4. Netzwerktreffen in Laxa

Präsentation des schwedischen Schulsystems in der Grundschule von Laxa.  Kennenlernen der Robot Memo eine Methode, die die Gedächtnisleistung von Schülern mit geistiger Behinderung nachweislich verbessert.

Die Ausstattung und die Aufteilung der Klassenräume fanden wir sehr ansprechend. Jeder der Klassenräume verfügt über einen Hilfsraum, der wie ein kleines Wohnzimmer sehr funktionell ausgestattet ist und in denen Kinder mit Behinderungen individuelle Förderung durch speziell ausgebildete Lehrer erhalten.

Alléskolan in Hallsberg- Besichtigung des Campus. Die Idee Gymnasium und Behinderteneinrichtungen auf einem Gelände anzusiedeln fanden wir toll. Versorgungs- und Freizeiteinrichtungen werden von allen gemeinsam genutzt und betrieben. Die Gebäude sind komplett barrierefrei ausgestaltet und werden zudem noch Energieautark durch Solarwände bewirtschaftet.

In der Kunstgalerie.. werden Werke von Menschen mit und ohne Behinderungen ausgestellt und verkauft. Unter fachlicher Anleitung können sich Interessierte in Workshops ausprobieren und austauschen.

Durch die Besuche der inklusiven Schulen lernten wir die schwedischen Qualitätsstandards kennen und konnten Methoden und Instrumente ausprobieren. Der direkte Austausch mit Lehrern und Schülern sowie die aktive Teilnahme an den Aktivitäten halfen Strukturen und Methoden besser zu verstehen und zu transferieren. Gleiches galt für die inklusiven Freizeitaktivitäten.

Wir besuchten den Reitclub in Agrena. Hier lernten die Teilnehmer Methoden und Verfahren kennen, wie diese Anlage von Menschen mit Behinderungen bewirtschaftet wird. Durch das Recycling von Altpapier wird für Pferde eine allergiefreie Einstreu für die Stallungen hergestellt. Eine speziell hergestellte Rampe und eine barrierefreie Ausgestaltung der Stallanlage ermöglicht auch Menschen mit Behinderungen das Reiten auch in Therapieform. 

Ein engagierter Verein baut Autos entsprechend um und ermöglicht Menschen mit Behinderungen eine Autofahrt auf einem ehemaligen Rallyegelände, welches speziell präpariert wurde. Für unsere Teilnehmer mit Behinderungen war dieses Erlebnis einzigartig und unvergesslich.

Anlässlich des Aktionstages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen fand in Laxa nach Vorbild der Citynacht in Grevesmühlen eine Citynacht für die Öffentlichkeit statt. Neben einem bunten inklusiven und internationalen Bühnenprogramm präsentierten sich alle Partnergemeinden gemeinsam mit den schwedischen Akteuren mit Informationsständen, Spielen und anderen Aktivitäten für die Gäste. Zentrales Element der Veranstaltung war die gemeinsam gestaltete Ausstellung „ Inklusive Bildung und bildende Inklusion“. Unter Anleitung von Heidrun Lange entstanden zahlreiche Kunstwerke durch die interessierten Teilnehmer. Frank Strauß zeigte wie aus einem Stück Holz mit wenigen Handgriffen ein Kunstwerk entsteht. Alle Projektpartner präsentierten Kunstwerke und Handgemachtes aus ihren Ländern, die von Menschen mit Behinderungen angefertigt wurden. Mehr als 500 Gäste besuchten die Ausstellung. Zum Abschluss der Citynacht wurde von Besuchern und Teilnehmern aus den Partnerstädten ein überdimensionales Graffiti gemeinsam gestaltet. Durch die zahlreichen Aktionen gelang es, die Bevölkerung für die Bedürfnisse von Behinderten zu sensibilisieren.

Mit einem gemeinsamen Besuch der Kirche von Laxa wurden die gemeinsamen Feierlichkeiten zum Europatag eröffnet. Während einer Konferenz erläuterten alle Teilnehmer Probleme, Zielsetzungen und Erfolge der inklusiven Bildung in den jeweiligen Partnergemeinden. Die Podiumsdiskussion ermöglichte einen intensiven und internationalen Austausch zum Thema.

Bei der Festveranstaltung zum Europatag überraschten die schwedischen Gastgeber mit einem Kulturprogramm, kulinarischen Köstlichkeiten und rockigen Klängen der lokalen Band Jassons Frestyler. Wir waren so begeistert, dass die Band zum diesjährigen Stadtfest in Grevesmühlen zu Gast sein wird. Bei der  gemeinsamen Feier wurde Interkulturalität  und Inklusion tatsächlich gelebt.

Durch das Kennenlernen des inklusiven Bildungssystems in Schweden konnten alle Teilnehmer wichtige Erfahrungen zur Umsetzung der eigenen Inklusionspolitik im Bildungsbereich mitnehen. Die Podiumsdiskussion zum Thema Bildung ermöglichte einen intensiven, transnationalen Austausch der beteiligten Länder.