5. Netzwerktreffen

Bereits am 25.10.15 machten sich die Teilnehmer aus Grznmiaca, Ahrensbök und Grevesmühlen auf den Weg. Mit Krohns Busreisen ging es von Deutschland über die Niederlande, Belgien, Frankreich und Spanien nach Loures in Portugal, welches im Großraum von Lissabon liegt.

Lissabon begeisterte durch sein Weltkulturerbe und am Abend traffen sich alle Teilnehmer gemeinsam zu einem landestypischen Essen.

Die öffentliche Kunstgalerie „Quinta do Mocho“ zeigt überdimensionale kunstvolle Graffitis an über vierzig Hauswänden. Diese wurden von internationalen Künstlern geschaffen und tragen zur sozialen Aufwertung des Stadtteils bei, in welchem vorwiegend Menschen mit Migrationshintergrund leben. Wir besuchten einen Kindergarten in diesem Stadtteil und  sahen gute Beispiele für die Inklusion und frühkindliche Erziehung von Kindern aus sozial benachteiligten Familien und mit Migrationshintergrund.

Bei der Besichtigung der inklusiven Schulen erfuhren wir in Gesprächen mit Lehrern und Schülern viel über das seit 1998 inklusive portugiesische Bildungssystem und waren nicht nur von der hervorragenden Ausstattung, der Barrierefreiheit, sondern auch von den Strukturen, den anwandten Verfahren und dem qualifizierten Personal sehr beeindruckt. Den Bedürfnissen von Kindern mit Behinderungen wird hier in Besonderem Maße Rechnung getragen.

Das Conservartorio de Artes Loures bietet für Kinder mit Behinderungen eine besondere Musiktherapie, die nachweislich die geistigen, sensorischen und motorischen Fähigkeiten fördert.

Cercipova - in dieser Einrichtung befindet sich ein Pflegeheim für Menschen mit Behinderungen mit integrierter Behindertenwerkstatt und Therapiebereichen.

Gesloures Schwimmhalle hier werden Schwimmer mit Behinderungen trainiert und auf die Teilnahme an Meisterschaften und Olympiadern vorbereitet. Wir erhielten einen umfassenden Einblick in die barrierebreie Ausgestaltung der Halle und die speziellen Trainingsmethoden. In Gesprächen mit den Trainern und den Schwimmern erfuhren wir sehr viel über die Bedeutung des Sports als therapeutischen Ansatz bei einer Vielzahl von Behinderungen.

Zur Konferenz waren neben den teilnehmenden Partnergemeinden auch Stakeholder, Zielgruppen, Medienvertreter und Politiker aus Loures eingeladen. Gemeinsam ging es darum Antworten auf folgende Fragen zu finden und zu diskutieren:

  • Worauf ziehlt das Projekt ab?
  • Wie geben wir Projektinformationen an die Bevölkerung weiter?
  • Wo stehen wir aktuell in unseren Bemühungen die Welt nachhaltig zu verändern?
  • Welche Beispiele für eine erfolgreiche Implementierung der Projektziele gibt es bereits?

Vor der Kirche präsentierten sich die Partnergemeinden mit Informationsständen und verköstigten die Gäste mit allerlei Naschwerk wie Stollen, Lebkuchen und Marzipan.

Abschlusskonzert „Europa musiziert inklusiv“ in der Kirche von Loures.Neben den musikalischen Darbietungen des Conservatorio de Artes de Loures mit insgesamt 70 Musikern und dem teilnehmenden Projekt MusikArt einem inklusiven Kinderchor mit 60 Kindern mit Behinderungen hörten wir die Performance des inklusiven Orchesters der Musikschule Fröhlich aus Grevesmühlen und ein Klavierstück von … ein dreizehnjähriger blinder Junge aus unserer Partnerstadt Nagymaros.Den musikalischen Höhepunkt erreichte das Konzert, alle Orchester, Chöre und Gäste gemeinsam den Song „We are the Wolrd „ sangen. Ein unvergesslicher Moment für alle Beteiligten

Zwischen Musikern aus Deutschland, Ungarn und Portugal bestehen bereits seit längerer Zeit Verbindungen und auch gemeinsame Auftritte – auch mit behinderten Musikern und Sängern wurden bereits umgesetzt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden alle Projektpartner involviert, im Mittelpunkt standen die Möglichkeiten und Chancen, die Musik bei erfolgreich gelebter Inklusion spielen kann.

Durch das Europakonzert konnte aufgezeigt werden, welche Möglichkeit Musik mbei der Inklusion von Menschen mit Behinderungen spielen kann und zu welchen Leistungen behinderte Musiker und Sänger fähig sind. Das Konzert zeigte, welche wichtige Rolle Musik in der interkulturellen Interaktion spielt und das Musik ein Weg ist, über Sprach- und Landesgrenzen hinweg miteinander zu kommunizieren und konkret über das Thema Inklusion zu informieren.