Die Großgemeinde Ahrensbök ist mit einer Größe von 95,38 qkm nach den beiden kreisfreien Städten Kiel und Lübeck und der Stadt Fehmarn, die viertgrößte Flächengemeinde des Landes Schleswig - Holstein.

 

Die zum Kreis Ostholstein gehörende Großgemeinde Ahrensbök ist aufgrund ihrer geschichtlichen Entwicklung wirtschaftlicher Mittelpunkt eines größeren ländlichen Bereichs (ländlicher Zentralort). Im Ort Ahrensbök selbst wohnt gut die Hälfte der gegenwärtig8.400 Einwohner. Der Rest wohnt in den 19 Dorfschaften Vorwerk Ahrensbök, Barghorst, Böbs, Cashagen, Dakendorf, Dunkelsdorf, Gießelrade, Gnissau, Grebenhagen, Havekost, Hohenhorst, Holstendorf, Lebatz, Schwienkuhlen, Schwochel, Siblin, Spechserholz, Tankenrade und Vorwerk-Neuhof.Die Gemeinde ist umgeben von Wäldern und Feldern. Die umliegenden Städte Eutin (im Norden), Lübeck (im Süden) und Bad Segeberg (im Westen) sind mit dem Auto alle in 15 Minuten zu erreichen, ebenso die Ostsee (Scharbeutz).Die bestehenden Partnerschaften der Großgemeinde Ahrensbök mit den Gemeinden:

 

  •   St. Savinien (Frankreich),seit 05.10.1991,
  •  Grzmiaca/ Gramenz (Polen), seit 24.10.1992
  •  sowie Grevesmühlen (Mecklenburg-Vorpommern), seit 09.11.1990

sorgen seit vielen Jahren für einen regen Kulturaustausch zwischen den Gemeinden.  Nach wir vor sind die Bemühungen der Großgemeinde Ahrensbök, unterstützt von der hervorragenden Arbeit der Partnerschaftsvereine, den Vereinen und Verbänden, sowie den Feuerwehren, die zur Völkerverständigung dazu beitragen, über vielfältige Kontakte bisher erfolgreich umgesetzt worden. Mit der Verleihung des Europadiploms 1995 und der Verleihung der Europafahne 1998 an die Gemeinde Ahrensbök wurde die bisherige Partnerschaftsarbeit in hervorragender Weise gewürdigt.

 

Best Practice Beispiele für gelungene Inklusion:

Im Schulzentrum Ahrensbök  befindet  seit dem Schuljahr 2008/2009 eine Gemeinschaftsschule, in der die bis dahin vorhandene Grund- und Hauptschule, Realschule und die Förderschule zu einer Gemeinschaftsschule zusammengeführt wurden. So kann für Kinder mit Haupt- und Realschulempfehlung sowie gymnasial empfohlenen Kindern ein attraktives Bildungsangebot vorgehalten werden. Auch Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Lernen werden integrativ beschult.
Gymnasien befinden sich in den Nachbarorten Eutin und Bad Schwartau.

Die Arnesbokenschule ist eine inklusive Schule, das heißt, alle Kinder werden unabhängig ihrer Voraussetzungen in einer Klasse unterrichtet. In unserer Gemeinde werden die Kinder und Jugendlichen in unseren Bildungseinrichtungen Arnesbokenschule, (Gemeinschaftsschule), Haus für Jugend und Familie, sowie den Kindergärten  integrativ beschult. Dadurch werden sie vom Krippenalter an im gesellschaftlichen Leben eingebunden.

Projekte in Schulen zum Thema Inklusion, z.B. „Barrierefreie Schule“ (IQSH)

 Führungen und Workshops beim „Dialog im Dunkeln“ / „Dialog im Stillen“

 Soziales Verhalten im Klassenverband „ Regeln lernen“.

 Unseren Schülerinnen und Schülern wird vermittelt, dass es bereichernde Unterschiede zwischen ihnen gibt und jedes Kind seine eigenen Stärken und Schwächen hat.

 Im Rahmen der Inklusion werden alle Kinder im Klassenverband unterrichtet.

 Absprachen und Austausch zwischen den Fachkolleginnen und Fachkollegen und der jeweiligen Förderschullehrkraft sind ein wichtiger Bestandteil der Prävention und der Inklusion.

 Um die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und das Lerntempo der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen gibt es folgende Lernmethoden und Lernangebote: 

  • fächerübergreifende / individuelle Arbeitspläne
  • Arbeits- und Anschauungsmaterialien (z.B. Lernboxen, Arbeitskarteien,...)
  • Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit - unterstützt das Lernen miteinander und voneinander
  • Helfer - Prinzip (Schülerinnen und Schüler helfen einander)
  • differenzierende Lernerfolgskontrollen ( mit Rückmeldung an die Eltern) 
  • Zur Prävention von Rechenschwäche im Anfangsunterricht Mathematik, wird das Programm „Niemanden zurücklassen – Mathe macht stark“ durchgeführt.

Der Umfang der beschriebenen Maßnahmen hängt, mit Ausnahme der Förderung LRS und des DaZ – Unterrichts, von der personellen Versorgung der Schule ab. In Ausnahmefällen können einzelne Fördermaßnahmen komplett entfallen.

Die Arnesboeken-Schule ist eine offene Ganztagsschule mit der Möglichkeit, Kinder von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr betreuen zu lassen. In den Betreuungszeiten finden Kurse und Angebote zur Hausaufgabenhilfe statt.

  • Die Förderung in der Sekundarstufe geschieht durch folgende Maßnahmen
  •  Methodenvielfalt
  • Doppelbesetzungen
  • Zeugnisgespräche zum Halbjahr
  • Zusammenarbeit mit Förderzentren
  • Lernpläne bei gefährdetem Hauptschulabschluss, ggf. sonderpädagogisch
  • Überprüfung
  • Sozialpädagogische Betreuung
  • Klassenlehrerstunde
  • Regelmäßiges Methodentrainin
  •   Intensive Berufsvorbereitung
  •   Kooperation mit Betrieben, Schulen, Ausbildungszentrum z.B. Bauindustrie..
    Beratung und Unterstützung bekommen wir von:
  •   Landesförderzentrum Hören und Sprache und Landesförderzentrum Sehen
  •   Förderzentrum Kastanienhof – Schule für Motorische Entwicklung
  •   Förderzentrum Schule am Papenmoor mit Schwerpunkt geistige Entwicklung

Welche Projekte, Erfahrungen, Institutionen oder Einrichtungen haben Euch während des In-Town Projektes besonders beeindruckt?

 

Grevesmühlen:

Besuch der Behindertenwerkstatt und der hiermit unterhaltenen Produktionsstätte,Wir waren sehr beeindruckt über den Besuch dieser Werkstatt, die Menschen mit Behinderungen in Grevesmühlen einsetzt. Wir haben gesehen, wie wohl sie sich fühlen. Wir hatten Gelegenheit mit ihnen zu sprechen und dabei festgestellt, dass sie alle mit Freude bei der Sache waren.

 

Nagymaros:

Die Begegnung mit dem Gewinner der Goldmedaille im Schwimmen der Paraolympiade 2009 war beeindruckend.

Hippotherapie mit anschließender Vorführung der Kinder und Jugendlichen hat uns ebenfalls sehr angesprochen.

Das gilt auch für den Besuch der Schule mit Kindern aller Altersgruppen und unterschiedlichen Behinderungen.

 

Laxa:

Der Besuch der Ausbildungswerke – besonders, die Idee des Ausbildungsplatzes fürJugendliche mit Behinderungen in einer städtischen Cafeteria, eingebunden in einem Einkaufszentrum,  Kindgerechte Klassenräume mit Kleinküchen in einer Grundschule und die niedrigen Schülerzahlen einer Klasse, der Reitstall mit dem barrierefreien Aufstieg auf Pferde,  Autorennbahn mit den umgebauten Fahrzeugen für Menschen mit Behinderungen, war für uns neu, sehr beeindruckend, kreativ und vorbildlich.

 

Loures:

Die kindgerechte, inklusive Grundschule in Lissabon, mit der liebevoll eingerichteten Schulbücherei mit Sitzecken und Rückzugsmöglichkeiten, hat uns sehr angesprochen.Die Abschlussveranstaltung mit dem Klavierkonzert eines ungarischen, blinden Jungen,  des portugiesischen inklusiven Kinderchors, und den Orchestern aus Grevesmühlen und Portugal hat uns sehr berührt.

 

Als besonders hervorzuheben:

Alle In-Town Begegnungen,  die liebevolle, freundliche und offene Atmosphäre aller Teilnehmer und der Umgang miteinander. Die besondere Gastfreundlichkeit der unterschiedlichen Länder, Freude am gemeinsamen Musizieren, die durchdachte Planung der Aktivitäten und Workshops. Vielfalt und Reichtum der europäischen Länder kennenzulernen.

Wie könntet Ihr in Zukunft die Inklusionspolitik in Eurem Land weiter verbessern?

 

Ostholstein soll eine Region werden, in der alle Menschen mit und ohne Behinderung, unterschiedlichen Alters, Geschlechts oder ethnischen Hintergrunds als Bürger und Bürgerinnen, Gäste oder Kundinnen und Kunden willkommen sind und selbstverständlich ohne Barrieren am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Dies ist das Ziel, welches das Projekt „Ostholstein für alle – bereit für Inklusion und Barrierefreiheit“ verfolgt. Es geht darum, für das Thema zu sensibilisieren und dafür zu werben, dass Inklusion und Barrierefreiheit uns alle angehen. Wir wollen eine Strategie, einen Plan entwickeln, wie wir uns in Ahrensbök diesem Ideal nähern können. Aus den über das In.Town Projekt gemachten Erfahrungen haben wir in der Praxis dazugelernt und wollen versuchen, Barrierefreiheit und Teilhabe in allen Lebensbereichen unserer Kommune umzusetzen, soweit uns dies möglich ist

Durch die  UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung sind Inklusion und Barrierefreiheit zu geltendem Recht in Deutschland geworden, welches es in allen gesellschaftlichen Bereichen umzusetzen gilt.

 

 Meinungen der Delegation aus Ahrensbök:

Gerade in der heutigen Zeit finden wir es besonders wichtig, dass wir Europäer uns der durchgeführten Form internationale Erfahrungen austauschen und gegenseitig stärken.Hierzu zählt neben dem jetzt behandelten Thema Inklusion auch die Menschen und deren Kulturen in anderen Ländern kennenzulernen und sie zu respektieren, Kontakte zu knüpfen, Verständnis füreinander zu entwickeln und Freundschaft zu schließen. Wir haben viele neue Erfahrungen gesammelt und dazugelernt und werden das unsere tun, das erlebte in den Netzwerken unserer Region weiterzugeben.

 

Zu welchen weiteren Themen können wir uns im Rahmen des städtepartnerschaftlichen Netzwerkes austauschen?

Weitere Themen für die Zukunft könnten Immigration, Veränderungen in der europäischen Gesellschaft aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen oder ganz allgemein das Thema Bildung sein.
Die Gemeinde Ahrensbök wünscht allen Beteiligten, dass sie in der Zukunft sich über die jetzt vorhandene gute Vernetzung weiter austauschen und gegenseitig fördern. Dieser Dialog kann auch durchaus auf weitere gesellschaftliche Themen ausgeweitet werden.